Barbara Kaiser
Kostbarkeiten aus Porzellan
Am Steinparz 28
A 4910 Pattigham

Lageplan

Startseite > Grundlagen > Techniken

Techniken

Mein Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit Porzellan. Ich beschäftige mich mit kunstvollen Techniken, die ihren Ursprung zum Teil im fernen Osten haben. In meinen Arbeitsbereichen Gefäß - Schmuckstück - Skulptur fertige ich Unikate und Kleinserien.

Gefäße:

Gegossene dünnwandige Gefäße aus Porzellan in wertvollen Techniken: 

  • Nerikomitechnik, Einlegearbeit mit buntem Porzellan.

mehr über Nerikomitechnik

  • Ritztechnik vor allem für meine Lichtobjekte

mehr über Ritztechnik

Schmuckstücke:

Ich fertige unterschiedlichste Perlen aus weißem oder mit Oxiden und Farbkörpern eingefärbtem Porzellan:

meine Perlen

Daraus stelle ich leichten, individuellen Halsschmuck, Armschmuck oder Ohrschmuck her. Meine Spezialität sind mit dem Maru Dai, einem japanischen Flechtgerät, geflochtene Ketten.

mehr über meine Flechttechnik

Skulpturen:

Meine Figuren baue ich hohl auf. Die Porzellanfigurinen montiere ich aus hohlen Röhren, die Steinzeugskulpturen baue ich aus Streifen und Platten. Durch Klopfen, Schaben, Drücken, Schneiden, ... entsteht langsam die endgültige Form.

Die Steinzeugfiguren werden engobiert  - ich stelle meine Engoben aus Porzellanmasse, Oxiden oder Farbkörpern her  - und teilweise mit Mangan beschichtet, welches beim Brand über 1200° metallisch wirkt.

meine Skulpturen

Nerikomi - Neriage:

Nerikomi, Neriage, Millefiori - verschiedene Begriffe, die verwendet werden, um diese aufwändige Technik zu bezeichnen. 

Streng genommen bezeichnet Neriage mit der Töpferscheibe gedrehte Gefäße aus bunten Tonen. Meine Technik der "kleinen eingelegten bunten Bildchen" aus Porzellan heißt also Nerikomi.

Vor vielen Jahren sah ich in einem Buch alte japanische Nerikomigefäße und las dort, dass diese Technik aus China stamme. Bei meinem China Aufenthalt 2004 konnte ich keine Werkstätten finden, die diese Technik praktizierten, auch in Museen konnte ich kaum Nerikomi Arbeiten finden. Die Technik wurde und wird heute wohl eher in Japan und Korea gepflegt, und einige moderne KeramikkünstlerInnen erreichen darin Perfektion.

Ich konnte in den ersten Jahren keinen "Lehrmeister" finden und musste mich auf trial and error verlassen. In vielen Experimenten habe ich meine eigene Technik entwickelt. Erst 2010 durfte ich bei einem Workshop in Kecskemet/Ungarn bei der amerikanischen Porzellankünstlerin Dorothy Feibleman  Fruchtbringendes lernen und erfahren.

Das Besondere an der Nerikomitechnik ist die Tatsache, dass die entstehenden Muster innen und außen gleichermaßen zu sehen sind.

Aus weißem und buntem Porzellan forme ich einen so genannten Musterstrang, in dem das Muster „verborgen“ ist. Es kann ein geometrisches oder figurales Muster sein. Aus dünnen Platten, Wülsten und anderen Formen wird es zusammen gesetzt. Der so entstehende Musterstrang reicht nur für einige wenige Gefäße.

Die beschriebene Arbeitsweise bedingt, dass das Muster jedesmal kleine Unterschiede aufweist. Deshalb ist es wichtig, dass ich bei größeren Bestellungen einen Musterstrang eigens für Sie herstelle - nur so passen die Muster optimal zusammen.

Von dem Musterstrang schneide ich dünne Plättchen, die ich in eine Gipsform einlege. Dann gieße ich Porzellanmasse darüber und lasse eine dünne „Haut“ entstehen. Die überschüssige Porzellanmasse gieße ich zurück, wenn die "Haut" dick genug geworden ist. Innen ist das entstehende Gefäß anfangs noch ganz weiß, da sich die Porzellanmasse auch über die Muster gelegt hat, außen kann man es schon erkennen.

Nach dem Trocknen löst sich das Porzellan von der Gipsform, und durch ausdauerndes Schaben und Schleifen kommt das Muster außen und innen zum Vorschein.

Meine Nerikom Improvisationen werden vollständig aus den Mustern aufgebaut und sind absolute Einzelstücke.

Ritztechnik

Teelichtbecher, Windlichter, Textbecher oder -schalen und andere Lichtobjekte gieße oder drehe ich aus Porzellan. Mit feinen Werkzeugen ritze ich kleine Figuren, Streifen oder Texte in die noch nicht ganz erhärtete Masse ein. Nach dem vollständigen Aushärten werden die Gefäße geschliffen.

Diese Technik lernte ich bei meinem China Aufenthalt 2004 kennen, wo ich die beeindruckende Handfertigkeit der chinesischen HandwerkerInnen bestaunen konnte. Dort sah ich auch, wie man sehr dünne Gefäße gießen kann, was die Transparenz meiner Lichtobjekte erst möglich machte.

Die meisten Lichtobjekte glasiere ich, besonders die "Lichttexte" lasse ich aber gerne unglasiert, da ich die samtig-weiche Oberfläche des unglasierten Porzellans sehr reizvoll finde.

Die beste Transparenz erreichen meine Lichtobjekte bei einem Brand von 1260° bis 1280°.

meine Lichtobjekte

Gegossene Perlen:

Für meine gegossenen Perlen stelle ich von verschiedenen Formen der Natur oder von selbst modellierten Prototypen kleine Gipsformen her, in die die Porzellanmasse gegossen wird.

Die Porzellangießmasse bleibt nur kurze Zeit in der Gipsform, damit die Schicht, die sich bildet, möglichst dünn und die Perle dadurch möglichst leicht wird.

Meist baue ich aus zwei der so entstandenen Formen eine Perle zusammen. Getrocknet perfektioniere ich sie durch Schaben und Schleifen und  bohre die Löcher. Ich glasiere sie anschließend auf einer Seite, damit ich sie im Brennofen auflegen kann.

meine Ketten mit gegossenen Perlen

Flechten mit dem Maru Dai:

…ich liebe diese Arbeit besonders, weil ich dabei Textiles und Keramik verbinden kann…

Der Maru Dai ist ein japanisches Flechtgerät. Die Flechttechnik heißt in Japan Kumihimo. Diese alte Technik wurde  seit Jahrhunderten zur Herstellung von Schnüren und Kordeln eingesetzt. Ich verwende für meine Ketten vorwiegend ein Muster aus 8 Fäden, bei dem ein hohler Schlauch entsteht. In diesen Schlauch arbeite ich meine Perlen ein.

Ich arbeite vorwiegend mit einem dünnen Kabel, wie es in der Elektronik verwendet wird oder mit festem Garn. Es entstehen leichte, flexible Ketten, die angenehm zu tragen sind.

meine geflochtene Ketten

"Produktionsstraße"   ich ritze einen Teelichtbecher   ich bearbeite eine Perle   ich baue eine Steinzeugskulptur auf   ich stelle einen Musterstrang her   ich lege Musterplättchen in die Gipsform ein   ich gieße Porzellanmasse in die Gipsform   eingeritzte Figur   ich ritze einen Teelichtbecher   ich fertige eine gegossene Perle   ich flechte mit dem Maru Dai